www.inspain.orgDie ersten künstlerischen Schaffungen in der Iberischen Halbinsel gehen ins Jungpaläolithikum zurück. Hervorzuheben sind die Höhlenmalereien aus der Höhle von Altamira.
Die spanischrömische Kunst vererbte bedeutende Exemplare wie die Stadtmauer von Lugo, die Theater von Sagunto und Mérida, das Aquädukt von Segovia und die Ruinen der Stadt Itálica in Sevilla.
Die spanisch muslimische Kunst entwickelte sich in verschiedenen Phasen seit 8. bis 15. Jahrhunderte: aus der Zeit des Kalifats sticht die Moschee von Córdoba hervor; aus der Zeit der Taifa-Könige sind schön verzierte Paläste (z. B. AljaferÃa, Saragossa) erhalten; zur Kunst der Almoraviden zählt die Giralda von Sevilla; und aus der Nasridenherrschaft hebt die imposante Alhambra von Granada hervor.
Im Nord von Spanien entwickelten sich während dieser Jahrhunderten unterschiedliche Kunstrichtungen, wie die maurische Kunst (Kloster San Millán de la Cogolla, La Rioja), die präromanische Kunst aus Asturien (Kirche Santa MarÃa del Naranco, Oviedo) und die katalanische Kunst (Kirchen in Terrassa).
Ab dem 11. Jh. herrscht in dem christlichen Spanien die romanische Kunst, bei der die Klöster (Sant Pere de Rodes San MartÃn de Fromista) eine große Rolle spielten. Ab dem 13. Jh. behauptete sich die Gotik mit den Klöstern von Poblet und Santes Creus (Katalonien) und den Kathedralen von León, Burgos und Toledo.
Parallel zur Romanik und Gotik entwickelte sich eine eigenartige Kunstrichtung in Spanien: der Mudejar, d. h. eine Mischung zwischen den christlichen und maurischen Künsten. Die besseren Exemplare von Mudejarkunst befinden sich in Toledo und Teruel.
Ende 15. Jh. machte sich die Renaissancekunst schon Platz. Bei der Architektur stechen der Palast Karls V. (Granada) und das Kloster El Escorial (Madrid) hervor. Haupturheber bei der Bildhauerei sind Alonso Berruguete und Juan de Juni und bei der Malerei heben die Werke von Juan de Juanes und Pedro Berruguete hervor. El Greco hebt jedoch von allen ab.
Das Barock entwickelte sich in Spanien während des 17. Jh. und der ersten Mitte des 18. Jh. Bei der Architektur stechen die Kathedrale von Murcia und der Palast des Markgrafen von Dos Aguas, in Valencia. Bei der Bildhauerei herrschte die religiöse Thematik, bei der die Werke von Gregorio Fernández und Juan de Mesa hervorheben. Was der Malerei angeht, war das Barock die bessere Epoche der Kunstgeschichte Spaniens und mit Künstlern wie Ribera, Zurbarán, Murillo und, natürlich, Velázquez erreichte sie ihre größte Blüte und Pracht.
In der Mitte des 18. Jh. entstand der Neoklassizismus, dessen Merkmale bei der Architektur des Museo del Prado oder bei einer von der Figur Goya beherrschten Malerei zu erkennen sind.
Die Romantik, schon im 19. Jh., änderte die neoklassische Ästhetik. Aus dieser Epoche stechen das Gebäude der Nationalbibliothek und die Gemälde von Mariano Fortuny oder Pérez Villaamil.
Der Modernisme hatte besonderen Erfolg in Katalonien. Sein größter Vertreter war nämlich GaudÃ, Urheber der Kathedrale Sagrada Familia und des Hauses Milá u. a.
Die spanische Malerei des 20. Jh. spielte eine große Rolle bei der internationalen Sphäre dank der Figuren von Pablo Picasso, Joan Miró und Salvador DalÃ. Unter der heutigen Kunst heben Bofill, Moneo und Calatrava (Architektur), Chillida (Bildhauerei), Tapiés und Barceló (Malerei) hervor.
Spanien verfügt über eine breite Bibliotheken- und Museennetz im ganzen Land, die einige der kostbarsten Exemplare der weltweiten Kultur und Kunst beinhalten. Die bedeutendste Bibliothek ist der Nationalbibliothek, die 1712 in Madrid eingeweiht wurde. Ihre Bestände verfügen über mehr als 5 Millionen Exemplaren, unter denen sich eigenartige, merkwürdige, ältere Bücher, Inkunabeln und eine große Grafik- und Manuskriptsammlung befinden. Weitere wertvolle Bibliotheken sind die Bibliothek der Universidad Complutense, die Bibliothek des Klosters El Escorial und das Archivo de Indias.
In Spanien sind mehr als drei Tausend Museen und museale Sammlungen vorhanden. Das berühmteste von allen ist das Museo del Prado, in Madrid.